Pfarrer Gerhard Prell

Liebe Warmensteinacher Kirchengemeinde,


20 Jahre lang haben Sie mit Christine Schlör eine Pfarrerin gehabt,
mit der Sie - wie ich hörte - gut, ja herzlich und vertrauensvoll das Leben in Ihrer Kirchengemeinde gestaltet haben.
Genauso lange war ich Pfarrer in der oberbayerischen Diaspora.
Nun komme ich ab dem 1. September als neuer Pfarrer zu Ihnen.

20 Jahre sind eine lange Zeit. Auf jeden Fall genug Zeit, um sich mit dem, was in ihnen gewachsen ist, vertraut gemacht zu haben. So vertraut, wie es in Worten mitschwingt wie Heimat, Familie, Freunde...
Meine ursprüngliche Heimat ist Oberfranken. Ich bin geboren und aufgewachsen in Arzberg, bin seit 40 Jahren Mitglied im Fichtelgebirgsverein, habe in Marktredwitz Abitur gemacht, kenne Warmensteinach von Kind auf.
In Mehlmeisel habe ich Skifahren gelernt. Und dann ging es zum Studium nach Erlangen, Göttingen und zurück. Mein Vikariat habe ich in der Friedenskirche in Bayreuth-Birken absolviert.
Danach war ich Pfarrer in Heroldsberg, Regensburg, Bad Endorf, Bad Reichenhall und Garmisch-Partenkirchen, dort freilich nur im allgemeinkirchlichen Dienstauftrag, als Springer.

Was einem in zwei Jahrzehnten vertraut und Heimat geworden ist, das kann rasch zerbrechen.
Wir werden daran erinnert, dass wir keine bleibende Heimat auf dieser Welt, in diesem Leben haben. (Hebr. 13,14)
Als im Februar 2016 meine Frau an Krebs gestorben ist, als meine Tochter in diesem Jahr Abitur gemacht hat, hat sich mit meiner Familie auch das aufgelöst, was mir in 20 Jahren Heimat geworden war.
Nun komme ich also in meine alte Heimat nach Oberfranken zurück, mit einer neuen Frau an meiner Seite.
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Für Sie als Kirchengemeinde und für uns.


Werden wir in den elf Jahren, die wir in Ihrer Kirchengemeinde leben und arbeiten werden, erneut einander Heimat, Gemeinschaft und familiäre Verbundenheit werden?
Der Vertrauensvorschuss, der mir bei der Begegnung mit dem Kirchenvorstand am 3. Juli gewährt wurde, das Engagement Ihres Vertrauensmannes Jürgen Grießhammer, die Herzlichkeit, mit der wir bei Besuchen im Pfarramt begrüßt wurden, stimmen mich sehr zuversichtlich.
Und ermutigen mich, um Ihrer aller Vertrauen intensiv zu werben.


Glaube heißt ja nichts anderes als Vertrauen. Und durch Vertrauen wird eine Kirchengemeinde gebaut.
In Oberbayern wie in Oberfranken. Und ganz besonders in Warmensteinach, Fichtelberg und Mehlmeisel.


Ihr Pfarrer

Gerhard Prell